Gardasee

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Gardasee

 Der Gardasee ist der größte Binnensee in Italien und heißt eigentlich Lago di Garda. Damit ist der wunderschöne See nach der Stadt Garda am östlichen Seeufer benannt. Historisch nannte man den  Gardasee Benaco und in der Antike lautete sein Name Lacus benacus. Dieser Name war auf einen antiken Gott zurück zu führen. Eine Besiedlung des Gebiets rund um den Gardasee fand bereits um 2000 v. Chr. statt.

Der imposante Gardasee am südlichen Rand der Alpen entstand in der letzten Eiszeit durch einen Eisgletscher. Genau genommen erstreckt sich der Gardasee von den Alpen bis zur Poebene. Entsprechend vielfältig sind die Landschaften, die den Gardasee umgeben. Während er im Norden eng und von hohen Bergen umgeben ist, läuft er nach Süden hin flach in die Ebene aus. Die höchste Erhebung am Gardasee ist der über zweitausend Meter hohe Monte Baldo im Nordosten. Der Gardasee liegt auf einer Höhe von 65 Metern über dem Meeresspiegel und erstreckt sich über die Gebiete der drei Regionen Lombardei, Trentino-Südtirol und Venetien. Die rund um den Gardasee gelegenen Orte gehören den Provinzen Trentino, Verona und Brescia an. Die Fläche des Gardasees beträgt rund 370 Quadratkilometer, der Gardasee ist knapp 52 Kilometer lang und die größte Breite im Süden des Sees beträgt 17 Kilometer. Durchschnittlich ist der Gardasee 158 Meter tief, an seiner tiefsten Stelle aber bis zu 346 Metern.

Von Norden nach Süden wird der Gardasee von dem Fluss Sarca durchflossen und gespeist. Wenn der Fluss im Süden bei Peschiera wieder aus dem Gardasee austritt, trägt er den Namen Mincio. Der Mincio wiederum mündet in den größten italienischen Fluss, den Po. Der Gardasee ist von vielen malerischen, kleinen Orten umgeben, die allesamt beliebte Ferienorte, zudem teilweise auch bekannte Weinbauorte sind. Die berühmtesten Orte am Gardasee sind Malcesine, Sirmione, Limone, Garda, Bardolino und Saló. Die größten Städte in der Umgebung des Gardasees sind Verona im Osten und Brescia im Westen. Auch die weltberühmte Lagunenstadt Venedig ist nur rund einhundert Kilometer vom Gardasee entfernt.

Bereits Johann Wolfgang von Goethe bereiste den Gardasee und hielt seine Eindrücke in seinen Werken fest. Urlaub am Gardasee ist spätestens seit den 1950er Jahren, als auch die breite Bevölkerung Italien als beliebtes Urlaubsland entdeckte, sehr beliebt. Dazu trägt nicht zuletzt das milde Klima, das am Gardasee herrscht, bei. Dieses außergewöhnliche, sub-mediterrane Klima, das im Sommer mit hohen Temperaturen und mit milden, niederschlagsarmen Wintern einhergeht, ist bedingt durch die Lage des Sees. Vom offenen Süden kann die mediterrane Wärme in diesen Bergkessel eindringen, der nach Norden durch die hohen Berge geschützt ist. Die höchsten Temperaturen im Jahresdurchschnitt herrschen in der am südwestlichen Ufer des  Sees gelegenen Stadt Gardone Riviera. Sie betragen zwischen 15 und 17 Grad Celsius und sind die mildesten Temperaturen nördlich des Apennins.

Bekannt und bei Surfern und Seglern beliebt sind die Winde, die am Gardasee vorherrschen. Besonders im nördlichen Teil des Sees wirkt sich der Ora aus, ein Südwind, der in den Nachmittagsstunden auftritt. Der Peler, oder einfach Vento genannt, ist der Vormittagswind am Gardasee aus dem Norden.

Wenn man mit dem Auto an den Gardasee reisen möchte, findet man eine besonders schöne, aber auch anstrengende Strecke, die an der westlichen Seite des Sees entlang führt. Von Riva bis nach Salò reicht die Gardesana Occidentale, eine wunderschöne Uferstraße am Gardasee, die eine herrliche Aussicht auf den See und die kleinen Ortschaften am Seeufer bietet. Durch unzählige Tunnel führt die Gardesana Occidentale direkt an den Felsen der Berge entlang oder durch sie hindurch. Die Tunnel sind alle so gestaltet, dass sie zum See hin geöffnet sind und die herrliche Aussicht auf den Gardasee erhalten.

Die Vegetation rund um den Gardasee ist genauso mediterran, wie das vorherrschende Klima. Überall finden sich Zypressen, Oleander, Zedern, Olivenbäume und Palmen. In früheren Zeiten wurden an den Hängen der den Gardasee umgebenden  Berge Orangen und Zitronen angebaut. Der Anbau hat hier jedoch nicht mehr eine so große Bedeutung, so dass es insbesondere an der Riviera dei Limoni zwischen Salò und Limone am Westufer des Sees nur noch einige Zitronen- und Limonengärten für die Touristen gibt. An der Ostseite des Gardasees und insbesondere an den Hängen des Monte Baldo spielt der Olivenanbau noch eine große Rolle. An allen Ufern des Gardasees wird Weinbau betrieben und die Region bringt als Denominazione di origine controllata Qualitätsweine sowohl bei den Weißweinen, als auch bei den Rosé- und Rotweinen hervor.

Der wichtigste Wirtschaftsfaktor am Gardasee aber ist der Tourismus. Gardasee Reisen sind beliebt bei allen Nordeuropäern. Der See vereinigt wie kaum ein anderes Urlaubsgebiet die Bergwelt des nahen Südtirols mit der Möglichkeit des Wassersports, der mediterranen Lebensweise und der Nähe zu historischen Städten wie Verona und Venedig und damit auch zum adriatischen Teil des Mittelmeers. Für den Urlaub am Gardasee werden in jedem Ort unzählige Übernachtungsmöglichkeiten in Ferienwohnungen, Hotels, Pensionen und auf Campingplätzen angeboten. Restaurants, Cafés, Tanzlokale und Diskotheken sorgen für Unterhaltung und das leibliche Wohl der Besucher. Neben dem Wassersport gibt es vor allem viele Möglichkeiten zum Mountainbiking. Für Kurzweil während der Urlaubstage sorgen zudem große Freizeitparks wie Gardaland und Canevaworld.

Innerhalb des Gardasees befinden sich mehrere Inseln. Die größte unter ihnen ist die Isola del Garda vor der Stadt Saló im Südwesten. Auf der Insel, die sich heute im Privatbesitz befindet, wurde im späten 19. Jahrhundert ein ehemaliges Kloster in die  Villa de Borghese umgebaut, ein wunderschöner Palast im venezianischen Stil. Auch bereits die Römer wussten die Schönheit der Insel im Gardasee zu schätzen und gestalteten sie zu  einem Vergnügungsort. Noch heute sind die Überreste der Tempel und Landhäuser teilweise zu erkennen. In direkter Nachbarschaft befindet sich die kleinere Isola San Biagio, ein beliebtes Ausflugsziel, das bei einem niedrigen Wasserstand des Gardasees sogar zu Fuß erreichbar ist.

Vier Kilometer weit in den Gardasee hinein reicht die Halbinsel Sirmione. Diese historische Stadt ist ein weiterer beliebter Touristenmagnet. Ein Urlaub am Gardasee sollte immer mit einem Besuch der historischen Stadt verbunden sein. Bereits in der Steinzeit war die Halbinsel besiedelt und die Römer nutzten Sirmione als beliebten Ferienort reicher und angesehener Familien. Sehenswert sind noch heute die Grotten des Catull und die römische Therme am nördlichen Rand der Halbinsel. Der Ortseingang von Sirmione ist von der Scaligerburg geprägt, die im 13. Jahrhundert als Befestigungsanlage errichtet wurde. Die Burg kann besichtigt werden und bietet von ihren Türmen aus einen wunderschönen Rundblick über die Altstadt und ihre engen und verwinkelten Gassen.

Gardasee Reisen führen bevorzugt auch in die Stadt Malcesine am nordöstlichen Seeufer und am Fuß des Monte Baldo. Nicht zu Unrecht trägt die Stadt auch den Beinamen Perle des Gardasees. Auch das Stadtbild von Malcesine ist von einer Skaligerburg geprägt. Eine weitere Sehenswürdigkeit von Malcesine ist der Palazzo dei Capitani, der frühere Sitz des Gouverneurs, der im 15. Jahrhundert im venezianischen Stil errichtet wurde. Zwischen dem Palazzo und dem Seeufer wurde ein wunderschöner Palmengarten angelegt. Auf den Monte Baldo führt eine Seilbahn, die eine Höhe von 1 650 Metern überwindet. Die malerische Altstadt von Malcesine ist von engen und verwinkelten Gassen mit vielen kleinen Cafés, Restaurants, Hotels und Boutiquen geprägt.

Garda, die Stadt, die dem Gardasee seinen Namen gibt, liegt an einer Bucht des Ostufers. Die kleine Stadt ist vor allem bekannt für ihre besonders üppige Vegetation und ihre hübsche Uferpromenade. Hier gibt es einige Reste von steinzeitlichen Pfahlbauten zu besichtigen.

Direkt im Süden schließt sich die Stadt Bardolino an Garda an, die vor allem durch den gleichnamigen Rotwein bekannt ist, dessen Genuss zu einem Urlaub am Gardasee genauso gehört, wie ein Besuch der südlich angrenzenden Stadt Lazise. Hier, wo der Gardasee bereits flach nach Süden hin ausläuft, liegt dieser malerische, von einer intakten Stadtmauer umgebene Ort, der nur 23 Kilometer von der Provinzhauptstadt Verona entfernt ist. Das gesamte Stadtbild ist von mittelalterlichen Gebäuden und mehreren idyllischen Plätzen geprägt. Berühmt und beliebt ist der in den Frühjahrs- und Sommermonaten stattfindende Wochenmarkt in Lazise, der sich mit seinem gut sortierten Angebot durch die gesamte Altstadt erstreckt.

Ein Urlaub am Gardasee sollte unbedingt einen Besuch des Vittoriale degli Italiani beinhalten. Dieses Siegerdenkmal der Italiener, wie die deutsche Übersetzung des Namens lautet, wurde von dem italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio errichtet. Er lebte von 1921 bis 1938 in dem heutigen Museum. In dem 10 000 Quadratmeter großen botanischen Garten des Vittoriale, wie die Italiener dieses imposante Museum nennen, sind nicht nur mehr als 2 000 Pflanzenarten zu bewundern, sondern auch ein eigenes Amphitheater, das Platz für 1 500 Besucher bietet. Das Museum, das sich heute im Besitz des Künstlers André Heller befindet, gehört zu den meistbesuchten Museen Italiens.

Die größte Stadt am Gardasee liegt am südwestlichen Ufer. In Desenzano geht es im Vergleich zu den anderen Städten am Gardasee eher geschäftig zu. Dennoch verfügt auch diese Stadt über einen malerischen alten Hafen und kleine Gassen mit hübschen Geschäften in der Altstadt. 

Das mediterrane Klima am Gardasee sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es aufgrund der geografischen Lage des Sees besonders in den Sommermonaten immer wieder einmal zu schweren Unwettern kommen kann. Schwere Gewitterschauer mit Stürmen und Hagelkörnern, die so groß sind, wie kleine Tennisbälle, sorgen immer wieder einmal für eine abrupte Unterbrechung der südländischen Wärme und Trockenheit. Meist sind diese Unwetter aber nach wenigen Stunden vergessen, da innerhalb kürzester Zeit wieder die gewohnt sommerlichen Temperaturen mit Sonnengarantie herrschen.